Galerie Meinhold                              
                         
Galli   Arbeiten auf Papier  -  Plastische Collagen             
Ausstellung: 15.11.2002 - 24.1.2003                                                
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DIE WELT   Freitag, 27. Dezember 2002   
-  B E R L I N E R    K U N S T M A R K T  -    


"Schöne Grüße von der Base Litz"
Gallis erotisch-ironisches Wunderland auf Papier in der Galerie Meinhold

VON CORINNA DANIELS

Hier wimmelt es von märchenhaften Mischwesen, die von Kaffeekannen dirigiert werden. Oder die sich von fliegenden Stieren attackiert sehen. "Eurer Vorstellung sind keine Grenzen gesetzt", nennt die in Berlin und Münster lebende Künstlerin Galli eines ihrer absurd-grotesken Blätter und trifft damit den Nagel auf den Kopf. Was die Arbeiten der Villa-Romana-Preisträgerin auszeichnet, ist ihre Vielschichtigkeit, die durch die Technik der Collage noch betont wird. Galli, die früher bei Nothelfer ausstellte und jetzt ihren kauzigen Kosmos in der Galerie Meinhold entfaltet, zeichnet, tuscht und aquarelliert nicht nur.

  
  Gallis "Vom Leben in die Traufe", für 
  1000 Euro in der Galerie Meinhold
  (Repro: DW/Wegner/ © Bild-Kunst Bonn 2002)

 
  Sie klebt und kombiniert neue und alte Blätter zu ihrem privat-mythologischen Papiertheater zusammen. Beim Blick hinter die Kulissen ist Hintersinniges zu entdecken. So in "Vom Leben in die Traufe (Schöne Grüße v. d. Base Litz)" die zeichnende Malerin Galli. Über ihr hängen zwei Stühle und ein figürliches Wesen von der Decke, ganz so, als wolle sie Meister Baselitz parodieren.   
  Mit Witz und Sinnlichkeit (eine Mischung, die man nicht allzu häufig trifft) geizen auch die übrigen Werke nicht. Tatsächlich ist es so, dass die poetischen Geschichten, welche die 58-Jährige erzählt, die Fantasie des Betrachters in Gang setzen. Das gilt neben den ins Dreidimensionale drängenden, kleineren Papierarbeiten ebenso für die großen Formate.
  Denn Galli, die in Münster zeichnerische Darstellung und Illustration lehrt und in jeder Lebenslage zeichnet, ist auch Malerin. Rätselhafte Mischwesen, im Clinch mit der eigenen Körperlichkeit oder der des Gegenübers, zeigt sie hier wie dort. 
   Es ist wohl das anarchische Potential der nach allen Seiten offenen Gestaltung, das die Werke so frech und frisch erscheinen lässt. Die Preise liegen zwischen 1100 Euro für eine der erotisch aufgeladenen Collagen und 7500 Euro für die großformatige Acryl-Malerei.

Galerie Meinhold, Giesebrechtstr. 2, Charlottenburg, bis 24. Januar.
Di-Fr 14-19, Sa 11-15 Uhr. Geöffnet auch zwischen Weihnachten und Neujahr. Zur Finissage am 24. Januar um 19 Uhr liest Oskar Pastior aus neuen Texten

Die Galerie im Internet:
www.galerie-meinhold.de