Galerie Meinhold
                         
Moritz Hasse  
"East Village - Taganskaja" - Malerei
Ausstellung: 2.8.-13.9.2002                                               
                            Bilder
                                                                                                      
Biographie
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DIE WELT     Freitag, 9. August 2002   
-  B E R L I N E R    K U N S T M A R K T  -    


"New Yorker Straßenszenen in
der Galerie Meinhold"

Was unterscheidet eigentlich New Yorks Straßen von denen Moskaus? Es sind mehr Autos unterwegs. Der junge Maler Moritz Hasse hat sich auf solche Straßenansichten spezialisiert und ist mit dem Fotoapparat durch die Metropolen gezogen. Zuhause in Berlin verarbeitete er seine Eindrücke dann auf der Leinwand.
  Die Gemälde orientieren sich an der impressionistischen Landschaftsmalerei, tauchen Straßen und Plätze in flirrendes Licht. Nur in Moskau ist die Farbe nicht so präsent, sieht das Leben abseits der Vorzeigebauten trister aus als anderswo. Die meisten der dortigen Motive sind in Schwarz- Weiß- Grautönen gehalten. Auffallend: die Leere, die der 30-Jährige zeigt. 
  Wenige Menschen bewegen sich seltsamerweise auch in New York auf den Bürgersteigen. Parkende und fahrende Autos erscheinen zahlreicher. Immer im Vordergrund das Licht, das sich in den Scheiben und Straßenlaternen spiegelt. Man könnte glatt meinen, Lesser Ury sei noch einmal auferstanden, um die "Upper Eastside" zu malen. Oder die "1st Avenue", die in magischen Ölfarben leuchtet, ohne kitschig zu wirken. Häuserfassaden lösen sich in einzelne Flecken auf, sie bleiben aber immer noch gegenständlich. Erst durch die gelinde Verfremdung wird die Fantasie beschäftigt. Vor allem knobelt der Betrachter, warum denn alle Autos von hinten dargestellt sind?
  Vielleicht sind die ins Bild gesetzten Heckfronten, Rücklichter und Passantenkreuze
Ausdruck des retrospektiven Blicks auf die malerischen Techniken der Vergangenheit. Der mit Zebrastreifen gefüllte Freiraum im Vordergrund vieler Bilder entspräche dann dem Dilemma des modernen  Malers.


Benzin liegt in der Luft: Moritz Hasse inszeniert eine geradezu surreale Großstadtromantik
                                                       FOTO: WEGNER

  Gelingt es dem Künstler, mit der Tradition der Licht- und Landschaftsmalerei des 19. Jahr- hunderts im Kopf, zeitgemäße Bilder zu malen?. Dürfen diese realistisch sein? Oder sollte er sich auf das Abstrakte beschränken? Hasses Bilder aus der neuen Welt sind in diesem Sinne nicht nur nah am Motiv, sondern reflektieren auch das Medium. Die Preise für die Ölgemälde liegen zwischen 700 und 1750 Euro.     
       
                                            Corinna Daniels 

 Galerie Meinhold, Giesebrechtstr. 2,
 Charlottenburg, bis 13. September.
 Di-Fr 14-19, Sa 11-15 Uhr.