Galerie Meinhold
                         
Thomas Wagner  
"Außenwelten Innenwelten" - Malerei
Ausstellung: 14.6.-26.7.2002                                               
                            Bilder
                                                                                                      
Biographie
Presse


DIE WELT     Freitag,  28.6. 2002      

"Bilder von Thomas Wagner in
der Galerie Meinhold"
Die neu eröffnete Galerie will unterhalb des Hochpreissegments bleiben


VON CORINNA DANIELS

  Im April eröffnete der Nuklearmediziner Harald Meinhold in Charlottenburg die Galerie Meinhold, in der er nun die zweite Ausstellung präsentiert. Dem Hochpreissegment will er fernbleiben, Jetzt zeigt er den Hödicke-Schüler Thomas Wagner (Jahrgang 1967).
  In den Mischtechniken aus Acrylfarbe, Kreide und Grafit entwirft der Berliner Künstler, der auch Musiker ist, aus Linien, Klecksen und Tröpfchen ein peppiges Panorama archaischer Zeichen, Symbole und Figuren. Mal aggressiv, mal weich, lässt er die Linien fließen. Am Ende entstehen landschaftsartige Welten, in denen fremde Fabelwesen dem Betrachter Geschichten erzählen.
   Da kommen Schlangen geflogen, purzeln Taucher Hals über Kopf. Überall scheinen dämonische Kräfte zu walten in diesem Science-Fiction-Krimi auf der Leinwand (oder auch auf Papier). Chagall und Penck könnten Paten sein. Doch hat sich Wagner seinen eigenen Reim gemacht. Durch das Übereinanderlagern von Ebenen, die intuitive Kombination verschiedener Techniken, entfalten seine Bilder einen Sog frecher Frische. "C.O.O.L." steht in großen Buchstaben auf einem geschrieben und cool sieht es auch aus. Manchmal rätselt man länger, beispielsweise wenn man liest: "Ich mache mir einen Hund".
 



Thomas Wagner hat an der Farbe Spaß. Orange, Gelb, Braun und schwarz sind die bevorzugten Töne. Wie bei einer Zeichnung sind sie auf die meist großformatige, farbig grundierte Leinwand gebracht: "Nie", Mischtechnik, 150x190 cm, 1999
                                                    
  Der Prozess des Schaffens wird in allen Arbeiten betont, nicht so sehr der Inhalt. Deshalb muss man den Hund auch mit der Lupe suchen. Um ihn geht's dem Mann, der sich als Zeichner und nicht als Maler sieht, nämlich gar nicht. Spontan und impulsiv werden Linien gesetzt, mit Farbe verdeckt, mit neuen Linien übermalt, so dass eine Vielschichtigkeit entsteht, die nicht auf räumliche Tiefe zielt, sondern auf Bewegung, die das Chaos des Kosmos spiegelt. Kostenpunkt: zwischen 350 und 2000 Euro.

Galerie Meinhold, Giesebrechtstr. 2; Charlottenburg, bis 26. Juli. Di-Fr 14-19, Sa 11-15 Uhr. Zur Finissage am 26 Juli wird der Künstler eine Performance geben.