Galerie Meinhold

    Heino Naujoks                                                         Biographie
   "Im Dialog"  -  Malerei
    Einführung:  Mayen Beckmann 
    24.9. - 8.11. 2002 


 "Metamorphose", 2002,  
Ölkreide und Gouache, 50x65 cm


Finissage Ausstellung H. Naujoks:  Richard Pietraß
Marianne Meinhold, Heino Naujoks vor Bild "Katarakt 5/VI"
                                                   Foto: Christa Kassner

Der Münchener Maler Heino Naujoks in der Galerie Meinhold
"Im Dialog" - Malerei, Zeichnungen, Gouachen, Monotypien der letzten 10 Jahre

  Während der Berliner Festwochen 1966 sorgen Heino Naujoks und die Gruppe "Geflecht" für Aufregung in der Westberliner Kunstszene. In der Ausstellung "Labyrinthe" der Berliner Akademie der Künste steht ihr wild in den Raum greifendes, riesiges "Antiobjekt", ein farbiges Geflecht aus gebogenen Eisenstangen, Blechstreifen und Drahtverschlingungen. Während die Idee des Antiobjekts in Berlin auf Interesse und Ablehnung stößt, protestieren die Münchener Künstler gegen die "kulinarische" Konzeption der Labyrinthe-Ausstellung von Eberhard Roters, geben den Text an die Presse. Der Tagesspiegel druckt auf derselben Seite das Protestschreiben von "Geflecht" und die Erwiderung von Roters.

  Heino Naujoks, geboren 1937 in Köln, war noch während seines Studiums an der Münchener Akademie der Bildenden Künste Gründungsmitglied der Künstlergruppe "WIR" im Jahr 1959. Am Anfang von "WIR" stand die Wiederentdeckung des Barock, des barocken Bildraums im abstrakten Expressionismus amerikanischer Prägung Jackson Polloks oder de Koonings. Bald kam es zur Zusammenarbeit mit der zwei Jahre zuvor entstandenen Gruppe "SPUR", die unter dem Einfluß von COBRA gegen die damalige Dominanz des abstrakten "Informel" eine neue, expressiv aufgeladene Figuration setzte. Die beiden Münchener Künstlervereinigungen "SPUR" und "WIR" schlossen sich 1965 zur o.g. Gruppe "Geflecht" zusammen.

  Seine erste Einzelausstellung hatte Heino Naujoks 1969 in der Galerie van de Loo, München, bis heute folgten rund 50 Einzelausstellungen, zahlreiche Gruppenausstellungen und Präsentationen auf Kunstmessen. Wandbilder von ihm finden sich in der Münchener Technischen Universität, im Staatsarchiv Augsburg und anderen öffentlichen Gebäuden in Bayern. 1990 erhielt Naujoks den Kunstpreis der Stadt München.

  Die in der Galerie Meinhold ausgestellten Arbeiten entstanden in den letzten 10 Jahren. Die Bilder behaupten, sich wieder mit der Figur zu beschäftigen. Die Figur lässt sich oft nur mühsam im leidenschaftlich bewegten Bildraum entziffern. Jeder Betrachter wird auf den Weg geschickt, herauszufinden was ihm "Aufbruch der Figuren", "Schrift im Kopf", "Metamorphose" oder "Katarakt" bedeuten. Arbeiten auf Papier, Zeichnungen, Gouachen und Monotypien, begleiten die Acryl/Mischtechnik-Bilder auf Leinwand. - Wie Mayen Beckmann, eine Enkeltochter Max Beckmanns, in ihrer Einführung bei der Vernissage betonte, hat sich in den letzten Jahren die Monotypie zu einem Liebling der Maler entwickelt. Die Arbeiten von Heino Naujoks zeigen deutlich, wie es die Monotypie als Zwitterwesen zwischen Malerei, Zeichnung und Druckgraphik dem Maler ermöglicht, Seitenwege zu gehen, die sonst dominante Farbe zurückzudrängen und dem Zufall, bei aller Genauigkeit der Vorstellung, Raum zu geben.

  Nahezu zeitgleich zur Ausstellung von Bildern Heino Naujoks‘ in der Galerie Meinhold zeigt die Galerie Georg Nothelfer Arbeiten der Gruppe "Spur" aus den 60er Jahren, was derzeit in Berlin interessante vergleichende Betrachtungen möglich macht.